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Meine IHK-Prüfung zum zertifizierten Verwalter
VerwalterFit bereitet auf genau diese Prüfung vor. Damit ich weiß, dass die Vorbereitung wirklich trägt, habe ich die Prüfung nicht nur zur Probe durchgespielt, sondern ganz real und verbindlich bei der IHK München abgelegt. Hier ist mein Bericht: wie ich mich vorbereitet habe, wie der Prüfungstag ablief und was am Ende dabei herauskam.
Wie ich mich vorbereitet habe
Ich verwalte seit 2012 einen eigenen Wohnimmobilienbestand. Diese Praxiserfahrung reicht für die IHK-Prüfung nach § 26a WEG aber nicht automatisch aus, denn sie prüft alle vier Themenbereiche gleich streng – auch die, mit denen man im Alltag kaum zu tun hat. Deshalb habe ich mich zwischen April und September 2026 gezielt weitergebildet: eine Ausbildung zum Immobilienmakler sowie vier weitere Fortbildungen mit insgesamt 720 Trainingseinheiten, unter anderem zur Spezialisierung auf WEG-Verwaltung und zur Betriebskostenabrechnung mit DOMUS. Alle Details und Ergebnisse dazu stehen auf der Über-mich-Seite.
Der Teil, der die Prüfung selbst betrifft, war aber nicht das Lernen der Inhalte – das kam aus den Kursen und aus der Praxis. Es war das Üben unter Prüfungsbedingungen, und genau dafür habe ich VerwalterFit überhaupt erst konzipiert und selbst umgesetzt. Optisch bildet die App die Prüfungssoftware der IHK bewusst nicht 1:1 nach, aber alle relevanten Funktionen stehen zur Verfügung, um sich damit ausgiebig vertraut zu machen. Mit über 1.000 Fragen deckt die Vollversion alle vier Themenbereiche ab, und dafür gibt es vier unterschiedliche Modi: Unter „Üben“ arbeitet man Fragen nach Kategorie durch, ganz ohne Zeitdruck – ähnlich wie die Übungsfragen, die wir auch auf unserer Übungsfragen-Seite anbieten. Die „Prüfungssimulation“ bildet mit 90 Minuten und derselben Fragenzahl die echte Prüfung nach. Das „Schwächen-Training“ stellt gezielt Fragen zu den eigenen Fehlern und schwachen Themen zusammen, und unter „Gemerkte Fragen“ lassen sich selbst markierte Fragen gebündelt wiederholen. Dazu zeigt die App die Trefferquote je Themenfeld, sodass man auf einen Blick sieht, wo man steht. Genau diese Übersicht und vor allem das Schwächen-Training habe ich in den letzten beiden Wochen vor der Prüfung genutzt, um meine schwächeren Stellen gezielt aufzuarbeiten.
Wer die Prüfung ernsthaft angeht, sollte nicht nur den Stoff lernen, sondern auch die Bedienung der Prüfungssoftware vorher einmal geübt haben. Genau dafür haben wir die Prüfungssimulation in VerwalterFit gebaut – und genau deshalb habe ich sie vor meinem eigenen Termin selbst noch einmal durchgespielt.
Der Prüfungstag in München
Die schriftliche Prüfung fand Mitte September 2026 statt, an einem Mittwoch um 8:00 Uhr bei der IHK München. Rund 30 weitere Prüflinge saßen mit mir an PCs in einem Raum – vermutlich, weil die IHK München ein großes Einzugsgebiet abdeckt und mein Termin zugleich der erste nach der Sommerpause war. Laut der offiziellen Terminübersicht lag der vorherige Prüfungstermin am 15.07.2026, danach folgte im August keiner mehr. Im Vorraum zum eigentlichen Prüfungsraum gab es eine kleine Empfangstheke, an der ich mein Einladungsschreiben und meinen Personalausweis vorzeigen musste und eine Namensliste mit Adresse unterschreiben sollte. Im Prüfungsraum selbst wurden wir aufgefordert, Einladung und Ausweis noch einmal sichtbar auszulegen; während der laufenden Prüfung wurden beide von der Aufsicht ein zweites Mal kontrolliert. Drei Aufsichtspersonen waren im Raum. Ein Toilettengang war erlaubt, allerdings immer nur für eine Person gleichzeitig, und man musste sich kurz bei der Aufsicht abmelden.
Das Einladungsschreiben und ein gültiger Personalausweis oder Reisepass sind Pflicht. Die IHK weist ausdrücklich darauf hin, beides zum Prüfungstag mitzubringen, und beide werden am Empfang und noch einmal im Prüfungsraum kontrolliert. Am besten legt man sie schon am Vorabend griffbereit, damit am Prüfungsmorgen nichts fehlt.
Bei mir ging es um 8:00 Uhr los, und der Start war ziemlich pünktlich. Bei der IHK München gibt es direkt am Gebäude eine Tiefgarage, an anderen Standorten kann die Parkplatzsituation aber ganz anders aussehen. Deshalb sollte man sich vorab über die Anfahrt zur eigenen Kammer informieren und genug Puffer einplanen, damit man nicht kurz vor knapp am Empfang steht.
Handys mussten ausgeschaltet werden. Eigenes Papier war nicht erlaubt, stattdessen wurden Block und Stift für Notizen gestellt, die am Ende der Prüfung wieder eingesammelt wurden – eigene Notizen durfte man also nicht mit nach Hause nehmen. Zu Beginn erläuterte der Prüfungsleiter den Ablauf und wies dabei ausdrücklich noch einmal auf die Falle bei Mehrfachwahl-Fragen hin: Wer mehr Antworten ankreuzt, als richtig sind, bekommt für die ganze Frage null Punkte. Der Fragenkatalog trug übrigens den Stand 11/2025 – ein Zeichen dafür, dass die Kammern ihn laufend nachpflegen.
Angemeldet habe ich mich mit einem persönlichen Code, den ich bei der Registrierung erhalten hatte. Danach erschien mein Name auf dem Bildschirm, und ich musste warten, bis die Aufsicht die Prüfung am Master-Rechner für den Raum freigab. Erst dann erschien Aufgabe 1, und die Zeit begann zu laufen – nicht schon beim Einloggen. Wie die Prüfungsoberfläche im Detail aussieht – Fortschrittsleiste, Ausschluss-Funktion, Schriftgröße und mehr – haben wir ausführlich auf der Seite zum Prüfungsaufbau beschrieben, mit Screenshots aus der offiziellen Demoprüfung. Das spare ich mir hier, um es nicht doppelt zu erzählen. Nach dem Abgeben war ich einfach fertig: Ich stand auf und verließ Raum und IHK, ohne einen weiteren Programmpunkt an diesem Vormittag.
Was mich überrascht hat
Inhaltlich sind mir zwei kleine Dinge aufgefallen, die ich mit anderen Prüflingen teilen möchte, ohne konkrete Prüfungsinhalte preiszugeben. Bei zwei Fragen war die Peters'sche Formel als eine der Antwortoptionen aufgeführt – ein Beleg dafür, dass auch scheinbar trockene Rechenverfahren aus dem kaufmännischen Bereich in Antwortlisten auftauchen können, nicht nur als eigene Rechenaufgabe. Und im technischen Teil hatten drei Fragen sechs statt der üblichen drei bis fünf Antwortmöglichkeiten. Die Zahl der Optionen schwankt also stärker, als man beim Üben manchmal annimmt.
Sprachlich hat mich manches überrascht: Ein Teil der Fragen und Antworten war spürbar anders formuliert, als man es aus eigenen Unterlagen oder aus Übungsfragen kennt – etwas sperriger, manchmal mit ungewohnten Begriffen. Das zeigt, dass die Prüfung wirklich Anspruch hat und eine gezielte Vorbereitung braucht, nicht nur angelesenes Wissen.
Der amtliche Fragenkatalog ist nicht öffentlich zugänglich – deshalb kann auch VerwalterFit ihn nicht eins zu eins nachbilden – und ich würde niemandem etwas anderes versprechen. Was die über 1.000 Fragen aus der Vollversion stattdessen trainieren, ist die Sache dahinter: die Themen, die Zusammenhänge und das Erkennen, worauf eine Frage eigentlich hinauswill – auch wenn sie ungewohnt formuliert ist. Genau dieses Verständnis hat mir in der Prüfung Sicherheit gegeben. Das Ergebnis zeigt es: 7 von 8 Punkten (87,5 Prozent) bei den Allgemeinen Grundlagen, 34 von 40 Punkten (85 Prozent) bei den Rechtlichen Grundlagen und 16 von 18 Punkten (88,9 Prozent) bei den Technischen Grundlagen – nur im kaufmännischen Teil waren es mit 9 von 14 Punkten (64,3 Prozent) spürbar weniger – aber auch dort deutlich über der 50-Prozent-Hürde. Der kaufmännische Teil ist mit nur 9 Fragen der zweitkleinste Bereich der Prüfung, und gerade dort reichen schon wenige falsch beantwortete Fragen für eine vergleichsweise niedrige Quote.
Organisatorisch hat mich positiv überrascht, wie schnell es nach der schriftlichen Prüfung weiterging: Die Einladung zum mündlichen Teil erhielt ich schon rund eine Stunde nach Abgabe – per E-Mail, mit Termin, Ort und Prüfungsausschuss. Bei anderen Kammern kann das je nach Satzung auch eine Woche oder länger dauern.
Meine Taktik am Bildschirm
Ich habe im ersten Durchgang alle 50 Aufgaben durchgearbeitet. Fragen, die ich mir danach noch einmal genauer anschauen wollte, habe ich als unsicher markiert; rund fünf Aufgaben habe ich im ersten Durchgang ganz unbeantwortet gelassen, statt Zeit mit Raten zu verlieren. Die „?“-Symbole und die offenen Kreise in der Fortschrittsleiste waren danach genau das, was den zweiten Durchgang schnell gemacht hat – man sieht auf einen Blick, wo man noch ran muss. Den Daumen nach unten habe ich immer wieder genutzt, um offensichtlich falsche Antworten auszublenden, bevor ich mich für eine der übrigen entschieden habe.
Bei Mehrfachwahl-Fragen mit zwei richtigen Antworten habe ich immer genau zwei angekreuzt: Zuerst habe ich die falschen Optionen gestrichen und dann aus dem Rest die zwei wahrscheinlichsten gewählt – notfalls geraten. Ein Kreuz zu viel kostet die ganze Frage, und dieses Risiko war es mir nicht wert.
Ganz besonders konzentriert habe ich mich auf die „kleinen“ Themenbereiche – bei uns Grundlagen der Immobilienwirtschaft mit nur 8 von 80 Punkten und die kaufmännischen Grundlagen mit 14 Punkten. Bestanden ist jeder Bereich nur einzeln ab 50 Prozent, und in einem kleinen Bereich reißen schon zwei oder drei falsch beantwortete Fragen ein viel größeres Loch in die Prozentzahl als im umfangreichen WEG-Recht mit seinen 40 Punkten. Dort verkraftet man einzelne Ausrutscher eher, in den kleinen Bereichen nicht – und genau das hat sich bei mir bestätigt: Mit 9 von 14 Punkten (64,3 Prozent) war der kaufmännische Teil trotz gezielter Vorbereitung mein schwächstes Ergebnis, während ich in den anderen drei Bereichen zwischen 85 und 88,9 Prozent lag (Allgemeine Grundlagen 87,5 %, Rechtliche Grundlagen 85 %, Technische Grundlagen 88,9 %).
Und ganz wichtig: Ich habe keine einzige Frage unbeantwortet gelassen – notfalls habe ich einfach geraten. Eine leere Antwort gibt garantiert null Punkte, eine geratene zumindest eine Chance. Und diese Chance lässt sich mit dem Daumen nach unten noch verbessern: Jede Antwort, die man damit sicher ausschließen kann, erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit für das zufällige Auswählen der richtigen Antwort unter den verbleibenden Optionen.
Diese drei Funktionen – unsicher markieren, Ausschluss per Daumen und die Fortschrittsübersicht – sollte man vorher in der VerwalterFit-Prüfungssimulation einüben, damit man sich am Prüfungstag selbst nicht mehr mit der Bedienung aufhält, sondern nur noch mit den Fragen.
Das Ergebnis
Ich habe bestanden – mit 7 von 8 Punkten (87,5 Prozent) bei den Allgemeinen Grundlagen, 34 von 40 Punkten (85 Prozent) bei den Rechtlichen Grundlagen, 16 von 18 Punkten (88,9 Prozent) bei den Technischen Grundlagen und 9 von 14 Punkten (64,3 Prozent) im kaufmännischen Teil – meinem schwächsten Ergebnis, aber ebenfalls deutlich über der 50-Prozent-Hürde. Die genaue Punkteverteilung steht auf dem offiziellen Zertifikat, das ich inzwischen per Post erhalten habe; direkt am Prüfungstag konnte ich mir nur das Gesamtergebnis auf dem Prüfungsbildschirm anzeigen lassen (das ist freiwillig). Notieren oder gar fotografieren durfte ich es allerdings nicht: Handys waren während der gesamten Prüfung ausgeschaltet, und auch die gestellten Notizzettel wurden am Ende wieder eingesammelt. Bei der Abgabe hatte ich noch rund 19 Minuten auf der Uhr übrig – ein Beleg dafür, dass die Zeit bei solider Vorbereitung reicht, ohne dass man hetzen muss. Verlassen sollte man sich darauf trotzdem nicht: Wer sich unsicher ist, sollte mit den vollen 1:48 Minuten pro Frage rechnen.
Auch drei weitere Personen aus meinem Umfeld, die mit mir in München zur Prüfung saßen und sich ebenfalls mit VerwalterFit vorbereitet hatten, haben mit Ergebnissen im 80-Prozent-Bereich bestanden. Eine von ihnen hat es mir hinterher so zusammengefasst: „99 Prozent meiner Vorbereitung war VerwalterFit.“ Inzwischen haben auch zwei Teilnehmer in Frankfurt und Nürnberg bestanden, die intensiv mit VerwalterFit gearbeitet haben. Ihre Berichte zur mündlichen Prüfung stehen weiter unten.
Die mündliche Prüfung bei mir
Bestanden
Der mündliche Teil fand am 22.09.2026 um 10:00 Uhr bei der IHK München statt, vor dem Prüfungsausschuss WEG – und ich habe ihn bestanden. Damit bin ich seit diesem Tag zertifizierter Verwalter nach § 26a WEG, mit 85 von 100 Punkten (85 Prozent) laut Zertifikat. Vorbereitet hatte ich mich vor allem mit der Übung, die auch auf der Vorbereitungsseite als wirksamste beschrieben wird: die neun Unterthemen des Wohnungseigentumsgesetzes laut erklären, mit einer Uhr im Blick.
Der Ablauf
Die mündlichen Prüfungen liefen an diesem Tag parallel in vier Räumen – was bei der Zahl der Prüflinge auch nötig war. Nach kurzer Wartezeit vor der Tür wurde ich in den Raum gebeten, in dem drei Personen saßen: Zwei stellten die Fragen, eine Dame protokollierte den Ablauf. Der Prüfungsleiter kontrollierte zunächst Einladung und Ausweis, stellte die Prüfer vor und fragte, ob ich Einwände gegen sie hätte. Anschließend wollte er wissen, ob ich gesundheitlich in der Lage sei, die Prüfung abzulegen, und wies darauf hin, dass die Prüfung nicht öffentlich ist und Handys ausgeschaltet sein müssen. Erst dann eröffnete er offiziell die Prüfung und startete dabei eine Stoppuhr; den Großteil der Fragen stellte er im Anschluss selbst. Die vorgesehenen 15 Minuten waren gefühlt im Flug vorbei.
Danach musste ich kurz den Raum verlassen, während sich die Prüfer berieten, und wurde nach zwei, drei Minuten zurückgerufen: Das Ergebnis wurde mir vorläufig mitgeteilt; schriftlich bestätigt wird es erst durch die IHK, aber ich durfte mich ab sofort als zertifizierter Verwalter bezeichnen. Auf meine Nachfrage nach einem inhaltlichen Feedback zu meiner Prüfung hieß es, eine Rückmeldung dazu sei nicht vorgesehen. Danach konnte ich das IHK-Gebäude verlassen. Bei der IHK München kam die schriftliche Bestätigung vier Tage später, am Samstag, per Post – interessanterweise mit einer genauen Punktzahl auch für den mündlichen Teil, nicht nur mit einem Bestanden/Nicht bestanden.
Bei mir und den anderen aus unserem Umfeld lief die Prüfung jeweils einzeln vor dem Ausschuss – was ich als angenehmer empfunden habe als eine Gruppenprüfung. Ob das überall so gehandhabt wird, ist aber von der jeweiligen Kammer bzw. dem Prüfungsausschuss abhängig. Die Prüfung dauerte rund 15 Minuten, und das Ergebnis wurde noch am selben Tag mündlich mitgeteilt – allerdings nur vorläufig; die schriftliche Bestätigung folgt per Post, bei der IHK München nach einigen Tagen (bei mir vier). Das handhaben die Kammern unterschiedlich: Ein Bekannter aus unserem Umfeld hat sein Zertifikat bei der IHK Frankfurt direkt im Anschluss an die mündliche Prüfung erhalten. Wann und wo du deine Bestätigung bekommst und ob sie auch eine genaue Punktzahl für den mündlichen Teil enthält, hängt also von deiner Kammer ab. Ein inhaltliches Feedback zur eigenen Leistung war bei mir nicht vorgesehen – in Frankfurt dagegen wurde die Prüfung im Anschluss ausführlich besprochen (siehe unten).
Die Themen bei mir
Gefragt wurde deutlich breiter, als die neun WEG-Unterthemen allein vermuten lassen. Los ging es mit der Begründung des Wohnungseigentums – konkret, ab welchem Zeitpunkt eine WEG rechtlich besteht. Dann kam die Frage nach dem Teilungsplan; ich kannte ihn zunächst nur unter dem Begriff „Aufteilungsplan“ und war kurz irritiert, konnte aber erklären, wie er aussieht: eine Bauzeichnung, die Auskunft über Gemeinschafts- und Sonder- bzw. Teileigentum gibt, wobei zusammengehörende Räume meist mit Nummern gekennzeichnet sind. Direkt im Anschluss kam eine Nachfrage zu Sondernutzungsrechten, die ich am Beispiel meiner eigenen Wohnung mit Sondernutzungsrecht am Garten erläutert habe. Danach ging es um die Unterlagen, die man als potenzieller Verwalter unbedingt einsehen sollte – Stichwort Abrechnungen der vergangenen Jahre, Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und Beschlusssammlung –, gefolgt vom Unterschied zwischen Verwalterbestellung und Verwaltervertrag. Weiter ging es zu den Bestandteilen eines Mietvertrags, dann zu den verschiedenen Arten des Energieausweises und schließlich zu privilegierten Maßnahmen und dem Ablauf, wenn ein Mieter eine E-Lademöglichkeit wünscht. Wer sich nur auf die neun WEG-Unterthemen konzentriert, unterschätzt also, wie viel angrenzendes Wissen aus den anderen drei Themenbereichen der schriftlichen Prüfung auch mündlich gefragt werden kann.
Meine Antwortstrategie
Bei den Antworten habe ich mich bewusst nicht auf das Nötigste beschränkt, sondern gleich weiter ausgeholt. Bei der ersten Frage – ab wann eine WEG rechtlich besteht – habe ich zum Beispiel direkt ergänzt, auf welchen Wegen eine Teilung erfolgen kann und welche Unterlagen dafür jeweils nötig sind, statt nur die Kernfrage knapp zu beantworten.
Wer von sich aus verwandte Aspekte anspricht, statt nur die gestellte Frage im engsten Sinn zu beantworten, lenkt das Gespräch stärker in Richtung der eigenen Themen – und wirkt dabei gleichzeitig sicherer, weil man aktiv zeigt, was man kann, statt nur auf Nachfragen zu reagieren.
Mündliche Prüfung bei anderen: München, Frankfurt, Nürnberg
Die mündliche Prüfung fällt je nach Kammer und Ausschuss sehr unterschiedlich aus. Hier stehen die Berichte von Teilnehmern aus unserem Umfeld – alle anonymisiert und alle mit bestandener Prüfung.
München: weitere Prüfungen am selben Tag
Bei einer weiteren Person aus unserem Umfeld, die am selben Tag ebenfalls bestanden hat, ging es ähnlich breit zu: der Ablauf einer Eigentümerversammlung samt Tagesordnung und Beschlussfassung, der Unterschied zwischen einem anfechtbaren und einem nichtigen Beschluss, welche Betriebskosten auf Mieter umlegbar sind – bis hin zur Grundsteuer, die in der WEG-Jahresabrechnung selbst gar nicht auftaucht –, das Vorgehen bei einer Begehung und bei einem akuten Sicherheitsmangel (Beispiel Spielplatz), die privilegierten Maßnahmen und die Erhaltungsrücklage, die Arten des Energieausweises sowie die Bestandteile der Jahresabrechnung: Einzel- und Gesamtabrechnung sowie der Vermögensbericht. Bei einer Dachsanierung wurde außerdem gezielt nachgehakt, ob ein Verwalter das technisch selbst beurteilen darf, statt Fachleute hinzuzuziehen – die richtige Antwort ist nein, dafür fehlt die fachliche Befugnis. Eine Rückmeldung, die uns dabei besonders hängen geblieben ist: Wer bei einer Frage kurz ins Stocken gerät, fährt besser damit, das offen anzusprechen und den Satz einfach neu zu beginnen, als sich davon aus der Ruhe bringen zu lassen – Souveränität zählt sichtbar mehr als Fehlerfreiheit.
Noch eine weitere Person aus unserem Umfeld trat am selben Tag zur mündlichen Prüfung an, mit wieder anderen Schwerpunkten: Zunächst ging es um den Aufzug und darum, was ein Verwalter dabei beachten muss, dann um Rauchmeldeanlagen und die Arten des Energieausweises, anschließend um den Aufbau des Grundbuchs. Bei der Heizkostenverordnung und dem Ablesen der Verbrauchswerte wurde gezielt nach der Lage von Wärme- und Warmwasserzählern gefragt, und zum Abschluss ging es um die Kostenverteilung – wo sie geregelt ist und wie sie sich ändern lässt. Auch das zeigt, wie breit die mündliche Prüfung über die vier Themenbereiche hinweg gefächert sein kann.
Zum Vergleich ein weiteres Ergebnis aus München: Eine Teilnehmerin, die am 22.09.2026 mit mir geprüft wurde, erzielte im schriftlichen Teil in den Allgemeinen Grundlagen 6 von 8 Punkten (75,00 %), in den Rechtlichen Grundlagen 33 von 40 (82,50 %), in den Kaufmännischen Grundlagen 13 von 14 (92,86 %) und in den Technischen Grundlagen 14 von 18 (77,78 %) – zusammen 66 von 80 Punkten. In der mündlichen („praktischen“) Prüfung kamen 87 von 100 Punkten (87,00 %) dazu. Alle vier Bereiche lagen damit deutlich über der 50-Prozent-Hürde.
Mir sind zwei Teilnehmer bekannt, die die mündliche Prüfung bei der IHK München am selben Tag wie ich (22.09.2026) nicht bestanden haben – ein guter Grund, den mündlichen Teil nicht zu unterschätzen. Aus meiner Sicht hilft dabei vor allem praktische Erfahrung: als Verwalter oder, wie in meinem Fall, als WEG-Investor und Hausmeister. Wer diese Praxis nicht mitbringt, sollte das über die inhaltliche Vorbereitung ausgleichen.
Frankfurt am Main, 25.09.2026
Ein weiterer Teilnehmer aus unserem Umfeld hat den mündlichen Teil am Freitag, 25.09.2026, bei der IHK in Frankfurt am Main abgelegt und bestanden; er hat intensiv mit VerwalterFit gearbeitet. Dort stellten alle drei Prüfenden nacheinander Fragen, und wie schon im schriftlichen Teil kamen alle vier Themenbereiche vor. Los ging es mit der Eigentümerversammlung: Form der Einladung (und ob dafür ein Messenger-Dienst reicht), Fristen, wer teilnehmen darf und wer nicht, Vollmachten und Vertretung. Danach folgte die Frage, wer zahlen muss, wenn ein ehemaliger Eigentümer der Gemeinschaft noch Geld schuldet – mit dem Hinweis, dass der Stichtag die Eintragung im Grundbuch ist und sich vieles in Teilungserklärung oder Kaufvertrag regeln lässt. Außerdem sollte er den Unterschied zwischen Instandhaltung und Instandsetzung samt Umlagefähigkeit erklären.
Weiter ging es mit der Jahresabrechnung (Inhalt, was genau beschlossen wird, die Abrechnungsspitze) und dem Wirtschaftsplan (Inhalt und Grundlagen der Planung), dann mit Rechten und Pflichten des Verwaltungsbeirats einschließlich der Frage, wer Beirat werden darf, und mit den fünf privilegierten Maßnahmen samt Beschluss und Kostentragung. Zum Schluss ging es um die Heizkostenverordnung: wo sie geregelt ist, die 50/70-Spanne für verbrauchsabhängige und die 30/50-Spanne für Grundkosten, wo abgelesen wird und was die Pflicht zu fernablesbaren Zählern für Bestandsanlagen bis Ende 2026 bedeutet, insbesondere die monatliche Verbrauchsinformation für Mieter und Eigentümer.
Drei Beispiele aus dieser Prüfung: Für die laufenden Zahlungen der Eigentümer wollten die Prüfenden den Begriff Vorschüsse hören, nicht „Hausgeld“. Eine Vollmacht braucht Textform, nicht Schriftform. Und die Grundkosten der Heizkosten werden nach der beheizten Fläche verteilt, nicht nach Miteigentumsanteilen. Solche Details unterscheiden eine gute von einer sehr guten Antwort.
Mehrfach fragten die Prüfenden nach dem Muster „Welche Begriffe fallen Ihnen zu diesem Thema ein?“. Das lässt viel Spielraum, zwingt aber dazu, sich schnell zu strukturieren, und manchmal ist nicht gleich klar, in welche Richtung die Prüfenden wollen. Ging das Gespräch aus ihrer Sicht in eine andere Richtung, steuerten sie nach. Nach der Prüfung wurden dem Teilnehmer alle Themen noch einmal der Reihe nach erläutert, einschließlich der zwei oder drei kleinen Ungenauigkeiten; das Bestehen wurde ihm erst am Ende genannt. Er fand diese Auswertung sehr hilfreich. Gefragt wurde zum Abschluss auch, warum er die Prüfung macht, was er vorhat und wie er gelernt hat. Das Zertifikat über die erfolgreich abgelegte Prüfung nach § 26a WEG, ausgestellt von der IHK Frankfurt am Main, bekam er noch am Prüfungstag in die Hand – er musste nicht erst auf die Post warten.
Nürnberg, 25.09.2026: schriftlich und mündlich an einem Tag
Ein weiterer Teilnehmer aus unserem Umfeld, der ebenfalls intensiv mit VerwalterFit gearbeitet hat, legte am Freitag, 25.09.2026, in Nürnberg den schriftlichen und den mündlichen Teil am selben Tag ab. Im mündlichen Teil bekam er zuerst einen Praxisfall: In einer Gemeinschaft sind die Fenster völlig veraltet und müssen erneuert werden. Was ist zu tun? Gefragt war der ganze Weg vom Angebot über mögliche Förderung, Einladung und Beschluss bis zur Sonderumlage – und zur Finanzierung über einen Kredit, samt der Frage, warum der riskant oder wenig sinnvoll sein kann. Danach ging es um eine Veräußerungsbeschränkung und darum, was dabei zu beachten ist.
Zum Schluss standen die privilegierten Maßnahmen im Mittelpunkt, verbunden mit einem Fall: Ein Bewohner hat bereits ein Steckersolargerät montiert – was ist zu tun? Dazu wollten die Prüfenden wissen, warum es riskant sein kann, Module ohne erkennbare Qualitätsstandards zu verwenden (Stichwort Spannungsspitzen). Dann war die Zeit um. Auch er wurde kurz hinausgeschickt und dann wieder hereingerufen; mündlich wurde ihm mitgeteilt, dass er bestanden hat. Das schriftliche Ergebnis hatte er zum Zeitpunkt seines Berichts noch nicht in der Hand.
Bei diesem Prüfungsablauf wurden keine Vorschriften abgefragt, sondern Situationen vorgelegt, bei denen man den gesamten Ablauf durchdenken musste: Wer lädt wann wozu ein, was wird beschlossen, wer zahlt, was kann schiefgehen? Wer solche Abläufe laut erklären kann, ist gut vorbereitet.
Was in allen Berichten vorkam
Die Fragen waren in jeder Kammer anders, aber einige Themen tauchten immer wieder auf:
- Eigentümerversammlung und Beschlüsse: Einladung, Fristen, Teilnahme und Vollmachten, Beschlussfassung und die Abläufe dahinter (München, Frankfurt, Nürnberg).
- Privilegierte Maßnahmen: von E-Lademöglichkeit bis Steckersolargerät, samt Beschluss und Kostentragung (alle drei Kammern).
- Abrechnung und Finanzen: Jahresabrechnung, Wirtschaftsplan, Erhaltungsrücklage, Sonderumlage und Kredit (alle drei Kammern).
- Heizkosten und Energieausweis: Heizkostenverordnung, Zähler und Ablesung sowie die Arten des Energieausweises (München, Frankfurt).
- Technik und Praxisfälle: Aufzug, Rauchmelder, Sicherheitsmängel, Sanierungsfälle wie veraltete Fenster oder Dach (München, Nürnberg).
So unterschiedlich die Schwerpunkte bei mir und den anderen aus unserem Umfeld auch waren, es zeigt sich ein klares Muster: Wer sich inhaltlich nur auf die neun WEG-Unterthemen konzentriert, wird überrascht. Sinnvoller ist es, alle vier Themenbereiche der schriftlichen Prüfung im Blick zu behalten – vor allem die wirklich verwalternahen Themen wie Betriebskosten, Heizkostenverordnung, Energieausweis oder technische Anlagen wie Aufzug und Rauchmeldeanlage, die im Alltag eines Verwalters ständig vorkommen. Auffällig viele dieser Themen finden sich sogar wortwörtlich in den 21 Weiterbildungsmodulen wieder (in allen Stufen zum Lernen freigeschaltet, den § 15b-Nachweis gibt es mit Professional): die Eigentümerversammlung samt Beschlussfassung im Modul „Die Eigentümerversammlung“, Betriebskosten und Heizkostenverordnung sowie die Erhaltungsrücklage im Modul „Wirtschaftsplan & Jahresabrechnung“, das Grundbuch im Modul „Grundstücks- & Sachenrecht“, die Wallbox-Ladeinfrastruktur und die Prüfpflichten bei Aufzugsanlagen in den gleichnamigen Vertiefungsmodulen sowie Rauchmelder über die Warntechnik im Modul „Brandschutz im Gebäude“ und der Mietvertrag im Modul „Wohnraummietrecht & Mietverwaltung“. Die Bestellung und Abberufung des Verwalters samt Verwaltervertrag ist zudem fester Bestandteil des Prüfungstrainers, der in beiden Stufen enthalten ist. Wer sich auch auf die mündliche Prüfung vorbereiten will, kann diese Module bereits mit Basis zum Lernen nutzen.
Alle Themen auf einen Blick und 14 Fragen mit Musterantwort: die mündliche Prüfung
Auf dieselbe Prüfung vorbereiten wie ich
Die Prüfungssimulation in VerwalterFit bildet Fortschrittsleiste, Ausschluss-Funktion, „unsicher markieren“ und die Punkteverteilung der Prüfung nach – damit die Bedienung am eigenen Prüfungstag keine Überraschung mehr ist. Und wenn dir ein Thema fehlt: Mit den 21 Lernmodulen suchst du dir genau dieses Thema heraus und lernst es mit Lektionen, Praxisbeispielen und interaktiven Elementen – auch zur Prüfungsvorbereitung.
Die Vollversion enthält über 1.000 Fragen nach der Gewichtung der Prüfung – für einmalig 39 €, ohne Abo.Stand dieser Seite: 4. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und keine Zusage über den Inhalt oder das Ergebnis einer konkreten Prüfung. Verbindlich sind allein die ZertVerwV und die Prüfungssatzung der jeweiligen Industrie- und Handelskammer. VerwalterFit ist kein Prüfungsanbieter.