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So bereitet man sich auf die Prüfung vor
Es gibt einen Grund, warum der übliche Rat „lern erst mal WEG-Recht“ in die Irre führt: Bestanden hat nur, wer in jedem der vier Themenbereiche 50 Prozent erreicht. Ein Lernplan, der das ernst nimmt, sieht anders aus. So bereitest du dich Schritt für Schritt auf die Prüfung zum zertifizierten Verwalter vor.
Der Lernplan folgt der Punkteverteilung – nicht dem Interesse
Zwei Sätze aus der Prüfungsverordnung bestimmen, wie man sinnvollerweise lernt. Der erste steht in § 5 Absatz 2: Bestanden ist, wer in jedem Themenbereich mindestens 50 Prozent erreicht. Der zweite steht in § 1: Bei Recht, Kaufmännischem und Technik werden vertiefte Kenntnisse verlangt, bei den Grundlagen der Immobilienwirtschaft nur Grundkenntnisse.
Daraus ergeben sich zwei Regeln, die sich auf den ersten Blick widersprechen und es doch nicht tun:
- Kein Bereich darf ausfallen. Es gibt vier einzelne Hürden und keinen Ausgleich zwischen ihnen. Der schwächste Bereich entscheidet über das Bestehen – nicht der Durchschnitt.
- Nicht alle Bereiche sind gleich viel wert. Auf das Recht entfallen 40 der 80 Punkte, auf die Technik 18, auf das Kaufmännische 14 und auf die Grundlagen 8.
Praktisch heißt das: Man bringt zuerst jeden Bereich auf ein sicheres Niveau über der 50-Prozent-Marke und gibt die restliche Zeit dorthin, wo die Punkte liegen. Wer umgekehrt vorgeht – erst monatelang WEG-Recht, dann keine Zeit mehr für Technik –, riskiert die Prüfung an der Stelle, die am wenigsten Spaß macht.
| Themenbereich | Punkte | nötig | Lernzeit-Anteil |
|---|---|---|---|
| 2 · Rechtliche GrundlagenSchwerpunkt WEG (2.1) | 40 | 20 | ~ 50 % |
| 4 · Technische GrundlagenSchwerpunkt Erhaltung und Verkehrssicherung (4.4–4.6) | 18 | 9 | ~ 25 % |
| 3 · Kaufmännische GrundlagenSchwerpunkt Abrechnung und Rücklage (3.2) | 14 | 7 | ~ 17 % |
| 1 · Grundlagen der Immobilienwirtschaftnur Grundkenntnisse verlangt | 8 | 4 | ~ 8 % |
Die Lernzeit-Anteile entsprechen der Stundenempfehlung des DIHK-Rahmenplans (Stand März 2022) und decken sich mit der Punkteverteilung der Prüfung.
Erst messen, dann lernen
Die erste sinnvolle Handlung ist keine Lektion, sondern eine Standortbestimmung. Weil der schwächste Bereich über das Bestehen entscheidet, muss man zuerst wissen, welcher das ist – und das weiß man selten, bevor man es geprüft hat.
Wer seit Jahren verwaltet, unterschätzt regelmäßig zwei Dinge: wie viel sich durch die WEG-Reform geändert hat, und wie weit die Technik von der täglichen Praxis abweicht, wenn man sie immer an Handwerker delegiert hat. Umgekehrt bringen Quereinsteiger oft solides technisches Wissen mit und scheitern an den Beschlusskompetenzen.
Man arbeitet einen Satz Fragen über alle vier Bereiche unter Zeitdruck durch, ohne nachzuschlagen, und geht danach jede falsche Antwort einzeln durch, statt nur das Ergebnis anzuschauen. Erst dann steht der Lernplan. Unsere 25 Übungsfragen sind dafür gedacht: kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Begründung zu jeder Antwortmöglichkeit – auch zu den falschen.
Ein Plan über sechs Wochen
Der folgende Plan geht von etwa sechs bis acht Stunden pro Woche neben dem Beruf aus, also rund 40 bis 50 Stunden insgesamt. Wer den Stoff neu lernt, braucht mehr; wer seit zehn Jahren WEG verwaltet und nur die Prüfungsform üben muss, kommt mit der Hälfte aus. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Dauer.
- Woche 1 · Standort und Fundament Du beginnst mit der Standortbestimmung über alle vier Bereiche. Danach lernst du das Wohnungseigentum von Grund auf: die Begründung von Wohnungs- und Teileigentum (2.1.1), Teilungserklärung, Aufteilungsplan und Gemeinschaftsordnung (2.1.2) sowie die rechtsfähige Gemeinschaft (2.1.3). Ohne diese drei Themen hängt alles Weitere in der Luft.
- Woche 2 · Das Herzstück: Eigentümer und Versammlung Diese Woche gehört dem Rechtsverhältnis der Eigentümer untereinander und zur Gemeinschaft (2.1.4), den Rechten und Pflichten der Eigentümer (2.1.5) und der Wohnungseigentümerversammlung (2.1.6). Hier liegen die meisten Punkte der gesamten Prüfung. Übe Beschlusskompetenz, Beschlussfähigkeit, Mehrheiten und Anfechtung, bis alles sitzt.
- Woche 3 · Der Verwalter selbst Jetzt sind Bestellung und Abberufung samt Verwaltervertrag (2.1.7), die Rechte und Pflichten des Verwalters (2.1.8) und der Verwaltungsbeirat (2.1.9) an der Reihe. Am Ende der Woche steht die erste vollständige Simulation über 90 Minuten an – nicht, um zu bestehen, sondern um das Format kennenzulernen.
- Woche 4 · Das übrige Recht In dieser Woche folgen Vertrags- und Werkvertragsrecht, Grundstücks- und Grundbuchrecht, Zivilprozess und Zwangsvollstreckung, das Berufsrecht (GewO, MaBV, RDG) sowie Heizkosten- und Trinkwasserverordnung und das Energierecht. Vieles davon reicht auf dem Niveau „wissen, wo es steht und was es bedeutet“.
- Woche 5 · Kaufmännisches und Grundlagen Jetzt sind Erhaltungsrücklage und Sonderumlage, Jahresabrechnung, Wirtschaftsplan und Vermögensbericht sowie Hausgeld und Mahnwesen dran – mit Zahlen, nicht nur mit Definitionen. Dazu kommt der kleine Bereich 1: Bauzeichnungen, Versicherungen, Umwelt- und Energiethemen. Ein Nachmittag genügt dort meist.
- Woche 6 · Technik und Generalprobe Zum Schluss sind Verkehrssicherungspflichten, Erhaltungsplanung, energetische Sanierung und das Erkennen von Mängeln an der Reihe. Dazu kommen die zweite vollständige Simulation unter Prüfungsbedingungen und, parallel dazu, das laute Erklären der neun WEG-Themen für den mündlichen Teil. Die Technik darfst du trotzdem nicht aufschieben: Wer dort unsicher ist, zieht diese Woche vor oder übt die Technik ab Woche 1 begleitend mit Fragen.
Nach jeder Simulation gilt: Der Bereich mit dem schlechtesten Ergebnis bekommt in der nächsten Woche die erste Stunde. Gemeint ist nicht der Bereich, der am meisten Spaß macht. Das ist unbequem und genau deshalb wirksam. Am besten arbeitest du dieses Thema zuerst im passenden Lernmodul durch und testest es danach mit Fragen.
Womit man lernt
- Die Gesetzestexte selbst. WEG, ZertVerwV, MaBV, HeizkostenV, TrinkwV sind amtliche Werke und nach § 5 UrhG gemeinfrei – du findest sie vollständig und kostenlos auf gesetze-im-internet.de. Für die Prüfung reicht der Gesetzestext allein nicht, aber wer die zentralen Normen einmal im Original gelesen hat, erkennt in den Aufgaben die Formulierungen wieder. Wichtig: In der Prüfung sind keine Hilfsmittel zugelassen – auch keine Gesetzestexte. Nachschlagen fällt also aus, Fristen und Mehrheiten müssen sitzen.
- Der Katalog der Anlage 1. Er ist die Gliederung des Lernplans. Wir haben ihn mit Punkten und Gewichtung auf der Seite Die vier Themenbereiche aufbereitet.
- Übungsfragen im Prüfungsformat. Der Unterschied zwischen „verstanden“ und „unter Zeitdruck richtig angekreuzt“ ist größer, als man denkt – und er lässt sich nur durch Fragen schließen, nicht durch Lesen.
- Die Prüfungssoftware selbst – kostenlos ausprobierbar. Die digitale Prüfung läuft über IHK-eXam (im Browser „Q-Examiner“). Die DIHK-Bildungs-gGmbH stellt dazu eine Demoprüfung bereit: Du rufst die Seite auf, übernimmst den im Anmeldefeld angezeigten Demo-Login, bestätigst ihn – und sitzt in derselben Oberfläche wie am Prüfungstag. Die zehn Beispielaufgaben sind inhaltlich allgemein (Flüsse, Kubikmeter), technisch aber das Original. Hintergründe dazu stehen auf der Seite der DIHK-Bildungs-gGmbH. Die Demo zeigt die Bedienung, nicht die Inhalte der WEG-Prüfung – sie spart dir aber die Minuten, die sonst für Herumtasten in einer unbekannten Oberfläche draufgehen.
- Lernmodule zu einzelnen Themen. Die 21 Lernmodule von VerwalterFit sind für die Weiterbildung nach § 15b MaBV gebaut, behandeln aber viele Prüfungsthemen: WEG-Recht, Eigentümerversammlung, Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung, Betriebskosten und Heizkostenverordnung, Technik und Verkehrssicherung. Du wählst gezielt das Thema, das dir die Standortbestimmung als Schwäche gezeigt hat, und lernst es mit Lektionen, Praxisbeispielen und interaktiven Elementen. Sie ersetzen das Üben mit Fragen nicht, schließen aber Wissenslücken, bevor du sie mit Fragen testest. Über die Volltextsuche findest du Schlagworte wie „Energieausweis“ in allen Modulen – hilfreich, wenn du dich auf die mündliche Prüfung vorbereitest und Begriffe schnell nachschlagen willst.
- Ein Vorbereitungskurs lohnt sich, wenn du den Stoff komplett neu lernst und einen Ansprechpartner für Rückfragen brauchst. Präsenz- und Onlinekurse gibt es bei den IHKs selbst und bei privaten Anbietern; sie kosten je nach Umfang mehrere hundert Euro. Ein Fragentrainer ersetzt so einen Kurs nicht – er ergänzt ihn.
Taktik am Prüfungstag
- Bei Mehrfachwahl kein Kreuz zu viel. Wer mehr Antworten ankreuzt, als richtig sind, bekommt für die ganze Frage null Punkte – auch für die richtigen. Zwei sichere Kreuze sind zwei Punkte wert, drei Kreuze mit einem Fehlgriff null.
- Verneinungen zweimal lesen. „Was trifft nicht zu?“ dreht die Aufgabe um. Das Wort „nicht“ ist in den Aufgaben meist hervorgehoben, aber unter Zeitdruck liest man darüber hinweg.
- Nicht an einer Frage hängen bleiben. Bei 1 Minute 48 Sekunden pro Frage nimmt jede Aufgabe, an der man drei Minuten grübelt, die Zeit von zwei anderen. Markiere sie, geh weiter und komm am Ende zurück.
- Den eigenen schwachen Bereich kennen. Wenn am Ende fünf Minuten übrig sind, gehören sie den Fragen aus dem Bereich, in dem die 50-Prozent-Hürde wackelt – dort ist jeder Punkt mehr wert.
Den mündlichen Teil nicht aufschieben
Wer den mündlichen Teil erst vorbereiten will, wenn der schriftliche bestanden ist, hat dafür je nach Kammer nur wenige Tage, manchmal gar keine Zeit: In Nürnberg wurde schon am selben Tag mündlich geprüft, bei der IHK Koblenz am Folgetag. Plane die Vorbereitung deshalb von Anfang an in den Lernplan ein.
Die wirksamste Übung dafür kostet nichts: Erkläre dir die Themen laut, jeweils zwei bis drei Minuten, mit einer Uhr im Blick. Wer beim lauten Sprechen ins Stocken gerät, hat das Thema noch nicht verstanden. Im Stillen fällt einem das nie auf.
Welche Themen tatsächlich gefragt wurden, mit 14 Fragen und Musterantworten
Die fünf Fehler, die am meisten kosten
- Die Technik zuletzt einplanen und dann nicht schaffen. Hier gibt es 18 Punkte, von denen du mindestens 9 brauchst – an dieser Stelle fällt man durch, nicht im Recht.
- Nur lesen statt Fragen beantworten. Lesen erzeugt das Gefühl, es verstanden zu haben. Fragen zeigen, ob es stimmt.
- Immer ohne Uhr üben. Unter Prüfungsbedingungen liest man langsamer. Wer das erst am Prüfungstag merkt, verliert zehn Minuten an Panik.
- Bei Mehrfachwahl auf Verdacht ankreuzen. Ein Kreuz zu viel kostet die ganze Frage.
- Den mündlichen Teil für eine Formalie halten. Er ist ein eigener Prüfungsteil mit eigener 50-Prozent-Hürde – und er findet bei manchen Kammern schon am selben oder am folgenden Tag statt.
Zwischendurch üben
Hier findest du vier interaktive Lernelemente, die du ohne Anmeldung ausprobieren kannst – gut für eine kurze Abwechslung zwischen zwei Lerneinheiten.
Fang mit der Standortbestimmung an
Du bekommst 25 Fragen über alle vier Bereiche im Prüfungsformat, mit einer Begründung zu jeder einzelnen Antwortmöglichkeit – kostenlos, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse.
Die Vollversion bietet über 1.000 Fragen nach der Gewichtung der Prüfung, eine Auswertung nach Themenbereich und die Simulation mit 50 Fragen in 90 Minuten – für einmalig 39 €, ohne Abo. Dazu kommen die 21 Lernmodule mit Lektionen und interaktiven Elementen, aus denen du gezielt die Themen wählst, die dir noch fehlen.Stand dieser Seite: 24. Oktober 2026. Die Empfehlungen auf dieser Seite sind Erfahrungswerte und Ableitungen aus der Punkteverteilung, keine Zusage über den Inhalt oder das Ergebnis einer konkreten Prüfung. Verbindlich sind allein die ZertVerwV und die Prüfungssatzung der jeweiligen Industrie- und Handelskammer. VerwalterFit ist kein Prüfungsanbieter.