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So bereitet man sich auf die Prüfung vor

Es gibt einen Grund, warum der übliche Rat „lern erst mal WEG-Recht“ in die Irre führt: Bestanden hat nur, wer in jedem der vier Themenbereiche 50 Prozent erreicht. Ein Lernplan, der das ernst nimmt, sieht anders aus. So bereitest du dich Schritt für Schritt auf die Prüfung zum zertifizierten Verwalter vor.

6Wochen als realistischer Rahmen
~ 45 hLernzeit neben dem Beruf
50 %der Zeit auf das Recht
2vollständige Simulationen

Der Lernplan folgt der Punkteverteilung – nicht dem Interesse

Zwei Sätze aus der Prüfungsverordnung bestimmen, wie man sinnvollerweise lernt. Der erste steht in § 5 Absatz 2: Bestanden ist, wer in jedem Themenbereich mindestens 50 Prozent erreicht. Der zweite steht in § 1: Bei Recht, Kaufmännischem und Technik werden vertiefte Kenntnisse verlangt, bei den Grundlagen der Immobilienwirtschaft nur Grundkenntnisse.

Daraus ergeben sich zwei Regeln, die sich auf den ersten Blick widersprechen und es doch nicht tun:

Praktisch heißt das: Man bringt zuerst jeden Bereich auf ein sicheres Niveau über der 50-Prozent-Marke und gibt die restliche Zeit dorthin, wo die Punkte liegen. Wer umgekehrt vorgeht – erst monatelang WEG-Recht, dann keine Zeit mehr für Technik –, riskiert die Prüfung an der Stelle, die am wenigsten Spaß macht.

ThemenbereichPunktenötigLernzeit-Anteil
2 · Rechtliche GrundlagenSchwerpunkt WEG (2.1)4020~ 50 %
4 · Technische GrundlagenSchwerpunkt Erhaltung und Verkehrssicherung (4.4–4.6)189~ 25 %
3 · Kaufmännische GrundlagenSchwerpunkt Abrechnung und Rücklage (3.2)147~ 17 %
1 · Grundlagen der Immobilienwirtschaftnur Grundkenntnisse verlangt84~ 8 %

Die Lernzeit-Anteile entsprechen der Stundenempfehlung des DIHK-Rahmenplans (Stand März 2022) und decken sich mit der Punkteverteilung der Prüfung.

Erst messen, dann lernen

Die erste sinnvolle Handlung ist keine Lektion, sondern eine Standortbestimmung. Weil der schwächste Bereich über das Bestehen entscheidet, muss man zuerst wissen, welcher das ist – und das weiß man selten, bevor man es geprüft hat.

Wer seit Jahren verwaltet, unterschätzt regelmäßig zwei Dinge: wie viel sich durch die WEG-Reform geändert hat, und wie weit die Technik von der täglichen Praxis abweicht, wenn man sie immer an Handwerker delegiert hat. Umgekehrt bringen Quereinsteiger oft solides technisches Wissen mit und scheitern an den Beschlusskompetenzen.

So sieht eine brauchbare Standortbestimmung aus

Man arbeitet einen Satz Fragen über alle vier Bereiche unter Zeitdruck durch, ohne nachzuschlagen, und geht danach jede falsche Antwort einzeln durch, statt nur das Ergebnis anzuschauen. Erst dann steht der Lernplan. Unsere 25 Übungsfragen sind dafür gedacht: kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Begründung zu jeder Antwortmöglichkeit – auch zu den falschen.

Ein Plan über sechs Wochen

Der folgende Plan geht von etwa sechs bis acht Stunden pro Woche neben dem Beruf aus, also rund 40 bis 50 Stunden insgesamt. Wer den Stoff neu lernt, braucht mehr; wer seit zehn Jahren WEG verwaltet und nur die Prüfungsform üben muss, kommt mit der Hälfte aus. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Dauer.

  1. Woche 1 · Standort und Fundament Du beginnst mit der Standortbestimmung über alle vier Bereiche. Danach lernst du das Wohnungseigentum von Grund auf: die Begründung von Wohnungs- und Teileigentum (2.1.1), Teilungserklärung, Aufteilungsplan und Gemeinschaftsordnung (2.1.2) sowie die rechtsfähige Gemeinschaft (2.1.3). Ohne diese drei Themen hängt alles Weitere in der Luft.
  2. Woche 2 · Das Herzstück: Eigentümer und Versammlung Diese Woche gehört dem Rechtsverhältnis der Eigentümer untereinander und zur Gemeinschaft (2.1.4), den Rechten und Pflichten der Eigentümer (2.1.5) und der Wohnungseigentümerversammlung (2.1.6). Hier liegen die meisten Punkte der gesamten Prüfung. Übe Beschlusskompetenz, Beschlussfähigkeit, Mehrheiten und Anfechtung, bis alles sitzt.
  3. Woche 3 · Der Verwalter selbst Jetzt sind Bestellung und Abberufung samt Verwaltervertrag (2.1.7), die Rechte und Pflichten des Verwalters (2.1.8) und der Verwaltungsbeirat (2.1.9) an der Reihe. Am Ende der Woche steht die erste vollständige Simulation über 90 Minuten an – nicht, um zu bestehen, sondern um das Format kennenzulernen.
  4. Woche 4 · Das übrige Recht In dieser Woche folgen Vertrags- und Werkvertragsrecht, Grundstücks- und Grundbuchrecht, Zivilprozess und Zwangsvollstreckung, das Berufsrecht (GewO, MaBV, RDG) sowie Heizkosten- und Trinkwasserverordnung und das Energierecht. Vieles davon reicht auf dem Niveau „wissen, wo es steht und was es bedeutet“.
  5. Woche 5 · Kaufmännisches und Grundlagen Jetzt sind Erhaltungsrücklage und Sonderumlage, Jahresabrechnung, Wirtschaftsplan und Vermögensbericht sowie Hausgeld und Mahnwesen dran – mit Zahlen, nicht nur mit Definitionen. Dazu kommt der kleine Bereich 1: Bauzeichnungen, Versicherungen, Umwelt- und Energiethemen. Ein Nachmittag genügt dort meist.
  6. Woche 6 · Technik und Generalprobe Zum Schluss sind Verkehrssicherungspflichten, Erhaltungsplanung, energetische Sanierung und das Erkennen von Mängeln an der Reihe. Dazu kommen die zweite vollständige Simulation unter Prüfungsbedingungen und, parallel dazu, das laute Erklären der neun WEG-Themen für den mündlichen Teil. Die Technik darfst du trotzdem nicht aufschieben: Wer dort unsicher ist, zieht diese Woche vor oder übt die Technik ab Woche 1 begleitend mit Fragen.
Die Regel, die den Plan am Laufen hält

Nach jeder Simulation gilt: Der Bereich mit dem schlechtesten Ergebnis bekommt in der nächsten Woche die erste Stunde. Gemeint ist nicht der Bereich, der am meisten Spaß macht. Das ist unbequem und genau deshalb wirksam. Am besten arbeitest du dieses Thema zuerst im passenden Lernmodul durch und testest es danach mit Fragen.

Womit man lernt

Taktik am Prüfungstag

Den mündlichen Teil nicht aufschieben

Wer den mündlichen Teil erst vorbereiten will, wenn der schriftliche bestanden ist, hat dafür je nach Kammer nur wenige Tage, manchmal gar keine Zeit: In Nürnberg wurde schon am selben Tag mündlich geprüft, bei der IHK Koblenz am Folgetag. Plane die Vorbereitung deshalb von Anfang an in den Lernplan ein.

Die wirksamste Übung dafür kostet nichts: Erkläre dir die Themen laut, jeweils zwei bis drei Minuten, mit einer Uhr im Blick. Wer beim lauten Sprechen ins Stocken gerät, hat das Thema noch nicht verstanden. Im Stillen fällt einem das nie auf.

Welche Themen tatsächlich gefragt wurden, mit 14 Fragen und Musterantworten

Die fünf Fehler, die am meisten kosten

  1. Die Technik zuletzt einplanen und dann nicht schaffen. Hier gibt es 18 Punkte, von denen du mindestens 9 brauchst – an dieser Stelle fällt man durch, nicht im Recht.
  2. Nur lesen statt Fragen beantworten. Lesen erzeugt das Gefühl, es verstanden zu haben. Fragen zeigen, ob es stimmt.
  3. Immer ohne Uhr üben. Unter Prüfungsbedingungen liest man langsamer. Wer das erst am Prüfungstag merkt, verliert zehn Minuten an Panik.
  4. Bei Mehrfachwahl auf Verdacht ankreuzen. Ein Kreuz zu viel kostet die ganze Frage.
  5. Den mündlichen Teil für eine Formalie halten. Er ist ein eigener Prüfungsteil mit eigener 50-Prozent-Hürde – und er findet bei manchen Kammern schon am selben oder am folgenden Tag statt.

Zwischendurch üben

Hier findest du vier interaktive Lernelemente, die du ohne Anmeldung ausprobieren kannst – gut für eine kurze Abwechslung zwischen zwei Lerneinheiten.

Interaktiv ausprobieren

Fang mit der Standortbestimmung an

Du bekommst 25 Fragen über alle vier Bereiche im Prüfungsformat, mit einer Begründung zu jeder einzelnen Antwortmöglichkeit – kostenlos, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse.

Die Vollversion bietet über 1.000 Fragen nach der Gewichtung der Prüfung, eine Auswertung nach Themenbereich und die Simulation mit 50 Fragen in 90 Minuten – für einmalig 39 €, ohne Abo. Dazu kommen die 21 Lernmodule mit Lektionen und interaktiven Elementen, aus denen du gezielt die Themen wählst, die dir noch fehlen.
Die Prüfung im ÜberblickAblauf, Befreiungen, Kosten und Anmeldung bei der IHK. Wie schwer ist die Prüfung wirklich?Punkteverteilung, Mehrfachwahl-Falle und Zeitbudget. Die vier ThemenbereicheDer vollständige Prüfungskatalog mit Gewichtung. Die mündliche PrüfungAblauf, Themen aus fünf Prüfungen und 14 Fragen mit Musterantwort. 25 ÜbungsfragenKostenlos und ohne Anmeldung, jede Antwort einzeln erklärt. Die Weiterbildungspflicht danach20 Stunden in drei Jahren – was nach der Prüfung weiter gilt.